DESIGNDIALOG MIT CROSTA SMITH

Gutes Design überwindet Grenzen.
In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelten Frankreich und Schweden jeweils ihre eigenen Vorstellungen von Moderne. In Paris experimentierten Designer wie Pierre Chareau und Jean-Michel Frank mit Material, Geometrie und Handwerk. In Stockholm verbanden Gunnar Asplund und seine Zeitgenossen klassische Ideale mit einer aufkommenden skandinavischen Schlichtheit.
Im Temperament vielleicht unterschiedlich, in ihren Grundsätzen aber nicht unbedingt. In der Crosta Smith Gallery betrachten wir die Distanz – und die überraschende Nähe – zwischen beiden.


Erzählen Sie uns von der Crosta Smith Gallery – was hat Sie inspiriert und wie ist die Galerie entstanden?
Die Crosta Smith Gallery entstand, als Danny und ich zusammenzogen und merkten, wie sehr wir beide „Dinge“ mochten. Angefangen hat alles damit, gemeinsam ein Zuhause aufzubauen – und anschließend eine Sammlung. Mit der Zeit wurde dieses gemeinsame Interesse immer gezielter und entwickelte sich schließlich zur Galerie.
Was hat Sie von Anfang an am französischen Art déco und der Moderne fasziniert?
Ich komme aus Frankreich und bin dort aufgewachsen, also ist das vermutlich Teil meiner DNA. Es ist ganz natürlich, sich zu Dingen hingezogen zu fühlen, die man kennt oder die auf gewisse Weise bereits im eigenen Gedächtnis verankert sind.
Danny und ich sind viel gereist und haben viel zusammen gelesen. Auch wenn wir uns mit anderen Epochen, Ländern und Designstilen beschäftigt haben, sind wir immer wieder zum französischen Design der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgekehrt. Diese Zeit hatte für uns immer etwas sehr Selbstverständliches.

Gibt es bestimmte Designer oder Epochen, die Ihren Stil und Geschmack geprägt haben?
Die naheliegende Antwort wären die Designer und Kunsthandwerker, die wir mit Stolz in der Galerie präsentieren – unter anderem Jean-Michel Frank, Pierre Chareau, Émile-Jacques Ruhlmann und André Groult.
Es ist eine Sache, ein Stück in einem Buch oder in Archivunterlagen zu entdecken und sich dafür zu begeistern, und eine andere, es tatsächlich vor sich zu sehen. Dann kann man genau betrachten, wie es gefertigt wurde, welche Materialien und Details es auszeichnen und wie es tatsächlich in einem Raum wirkt. Von diesen Stücken umgeben zu sein, hat unseren eigenen Geschmack im Laufe der Zeit ganz natürlich geprägt. Sie faszinieren uns bis heute.
Worauf achten Sie bei der Auswahl eines Objekts für die Galerie?
Auf Qualität und Reinheit der Form. Wir suchen nach Stücken, die hervorragend gefertigt sind und deren Gestaltung durchdacht und in sich stimmig wirkt. Die Qualität der Materialien und der Ausführung ist wichtig, aber letztlich muss ein Objekt auch etwas an sich haben, das uns anzieht.

Sehen Sie gestalterische Parallelen zwischen französischem Art déco und Swedish Grace?
Zurückhaltung und Eleganz sind die beiden Begriffe, die mir zuerst in den Sinn kommen. Sowohl im französischen Art déco als auch im Swedish Grace gibt es ein ausgeprägtes Gespür für Auswahl und Balance. Schöne Materialien, dekorative Details oder markante geometrische Elemente können durchaus präsent sein, werden aber sorgfältig ausbalanciert, statt überladen zu wirken. Ich glaube, dass gerade diese Zurückhaltung beiden Strömungen ihre Eleganz und Zeitlosigkeit verleiht.


Was fasziniert die Menschen auch fast ein Jahrhundert später noch an diesen Objekten?
Ich glaube, die Zeitlosigkeit liegt in der Ausführung. Wenn etwas hervorragend gestaltet und gut gefertigt ist, kann es die Epoche, aus der es stammt, überdauern. Diese Objekte besitzen eine Qualität, die bis heute relevant ist. Gut gemachte Dinge haben Bestand.





